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05.12.2008, 11:31
Das Haus, das unabhängig macht
Das Haus, das unabhängig macht (Bild: Sonnenkraft)
Die Energiepreise steigen? Lässt einen völlig kalt, während es im Haus angenehm warm ist. Denn ein neues Projekt in Kärnten verspricht die künftige völlige Unabhängigkeit von Energiekosten aller Art. Gleich, ob Strom oder Brennstoffe. Möglich machen soll es das „solar-aktivhaus“ – der Spatenstich zu dem innovativen Musterhaus erfolgte im September des Jahres in St. Veit an der Glan.

Entwickelt wurde dieses Projekt in Zusammenarbeit des auf Solarlösungen spezialisierten Unternehmens „Sonnenkraft“ und dem bekannten österreichischen Architekten Georg. W. Reinberg, der als einer der bekanntesten Solar-Architektur-Vorreiter im europäischen Raum gilt. Schon vor Jahren, als man sich gemeinhin noch gemütlich und vergleichsweise sorglos an Ölheizungen wärmte, erregte er mit seinen Planungen, die die Sonne in jeder Hinsicht in den Mittelpunkt des Wohnens stellt, auch internationales Aufsehen.

Das Hauskonzept

Das "solar-aktivhaus“ ist ein Konzept, das all die Erfahrungen und Standards, Techniken und Entwicklungen, die wir kennen, in einem einfachen System zusammenfasst, weiterentwickelt und so einfach umsetzt, dass es auch für den Normal-Konsumenten äußerst attraktiv ist und dennoch finanzierbar bleibt“, so beschreibt Reinberg die Grundüberlegungen zum Entwurf des Hauses.

Das „solar-aktivhaus“ wird nur durch die Sonne erwärmt, ganzjährig und zu hundert Prozent. Das „Herzstück“ des Hauses bildet eine aktive Solaranlage (Solarthermie und Photovoltaik) in Verbindung mit einer Sonnenheizung, die je nach Heizungs- und Warmwasserbedarf aktiv zugeschaltet wird.

Die intelligente Steuerungstechnik dieses Systems arbeitet selbsttätig und versorgt das Haus ohne Zusatzheizung das ganze Jahr über mit Energie für Heizung und Warmwasser.

Erfreulich für die künftigen Hausbewohner, die sich zwar über die kräftigen Einsparungen freuen können, vielleicht aber ein wenig die Tücken der Technik im Betrieb fürchten: Eine kurze Einschulung genügt, um das „hauseigene Kraftwerk“ in Betrieb zu nehmen und jahrelang nahezu wartungsfrei zu betreiben.

Strom durch Photovoltaik

Energie von der Sonne gilt weltweit als einer der hoffnungsvollsten Entwicklungsbereiche auf der Suche nach Alternativen zu herkömmlichen, vor allem fossilen, Energieträgern. Was man kaum vermutet: Das kleine Österreich ist schon jetzt am Weltmarkt einer der führenden Anbieter von Solarenergielösungen.

Bei der erhofften „Gratis-Energie“ von der Sonne spielen zwei Bereiche eine Schlüsselrolle. Das eine ist die „Solarthermie“, Wärmegewinnung durch Sonnenenergie,  und das andere die „Photovoltaik“, Umwandlung von Strahlungsenergie in elektrische Energie.

Das Prinzip der Solarthermie ist denkbar einfach und jeder hat es selbst schon einmal erlebt. Man braucht hier nur an den in der Sonne liegenden Wasserschlauch zu denken, der sich im Sommer erhitzt.

Komplizierter hingegen ist die Photovoltaik. Der Begriff selbst leitet sich vom griechischen Wort für „Licht“ und Alessandro Volto, einem Pionier der Elektrotechnik ab. Das Wirkungsprinzip: Mittels Solarzellen kann die Sonnenenergie durch Photovoltaik gespeichert und unmittelbar in elektrische Energie umgewandelt werden. 1905 gelang es übrigens niemand Geringeren als Albert Einstein, den Effekt der Photovoltaik auch genau in seiner Entstehung zu definieren. 1921 erhielt Einstein dafür – und nicht wie oft angenommen für die Relativitätstheorie – den Nobelpreis für Physik.

Wohnkomfort im neuen Hauskonzept

Bei all diesen Vorteilen kommt aber eines von der Planung und Baubiologie im neuen "solar-aktivhaus“ nicht zu kurz: Das Wohlfühlen. Dafür sorgen nicht nur großzügige Glasflächen, die für lichtdurchflutetes Wohngefühl sorgen, sondern auch die gesunden Baumaterialien und die Baubiologie. Die Mischung von Holz, Lehm und Zellulose soll ein besonders behagliches Raumklima sicherstellen.

Eine natürliche Lüftung bzw. Kühlung reguliert das Raumklima mittels eines gesteuerten Luftwechsels über die Fenster. Innovativ auch die Frischwasser-Technologie. Hier sorgt ein spezielles Frischwasser-Modul stets für frisches, hygienisches Brauchwasser durch Warmwasserbereitung im Durchlaufprinzip.

Testphase

Im Frühjahr 2009 soll das Musterhaus fertig gestellt werden. Im ersten Schritt soll es von Mitarbeitern von „Sonnenkraft“ bewohnt werden, um so ausreichend Hausbetriebserfahrungen zu sammeln. Zusätzlich überprüfen Techniker regelmäßig Haustechnik, Energieversorgung sowie die Steuerungstechnik des Systems, um Daten für die Forschung und Weiterentwicklung zusammeln. Denn „Sonnenkraft“ setzt große Hoffnungen in dieses neue Hausmodell. „Die intelligente Verbindung von Architektur, Solarthermie, Photovoltaik und Sonnenheizung ist der Schlüssel zur künftigen CO2-neutralen Haustechnik“, so „Sonnenkraft“-Geschäftsführer DI Dr. Rupert Hasenöhrl.

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